Wandern und dabei dem eigenen Schritt folgen, der Natur in ihrem langsamen und unaufhörlichen Rhythmus lauschen und sie beobachten, zu Fuß reisen und dabei unwegsame Orte und vergessene Realitäten im Herzen des Mittelmeerraumes entdecken: das ist unser Vorschlag.
Kalabrien verfügt nicht nur über mehr als 700 km Küste, sondern gleichzeitig auch über eine unwegsame, nahezu unberührte Bergwelt mit Erhebungen von fast 2000 m Höhe und eine faszinierend vielseitige Landschaft.
Der Aspromonte-Nationalpark bietet sich dank seiner höheren Lage auch im Spätsommer als Wanderziel an, und im Frühling kann man einen faszinierenden Kontrast zwischen dem noch schneebedeckten Montalto (1956 m ü. M.) und den herrlichen Blumen in tieferen Lagen erleben. |
1. Tag: Buongiorno Calabria
Ankunft am Flughafen Lamezia Terme. Transfer entlang der tyrrhenischen Küste südwärts nach Amendolea, wo wir unsere Unterkunft inmitten einer Bergamotte-Plantage beziehen. Begrüßungs-Cocktail.
2. Tag: Kalimera Bova!
Fahrt nach Bova, Hauptort der „Area grecanica“, jener Gegend, in der die alten Leute noch heute griechisch sprechen. Nach einem Rundgang wandern wir durch eine großartige Landschaft abwärts bis nach Amendolea, vor uns das breite, fast ausgetrocknete Flussbett des gleichnamigen Flusses. Unterwegs Picknick. Am späten Nachmittag helfen wir bei der Zubereitung des Abendessens mit und lassen uns so in die Geheimnisse der griechisch-kalabresischen Küche einweihen.
Wanderdauer: ca. 3 Std., Höhenmeter: 660 m abwärts
3. Tag: Auf den Spuren der Griechen
Heute laufen wir direkt von unserer Unterkunft los. Nach Überquerung des Flusses Amendolea wandern wir über herrliche Wiesen hoch in das abgelegene Dörfchen Gallicianò, das heute nur noch rund 50 Einwohner zählt. In einer kleinen Taverne lassen wir uns bei einem Mittagessen mit den Klängen der für die Gegend typischen Tarantella-Musik verwöhnen. Nach einem Rundgang im Dorf und der Besichtigung der kleinen orthodoxen Kirche geht es wieder abwärts, und wenn das Wasser nicht zu hoch steht, wandern wir mitten im Flussbett zurück zu unserer Unterkunft.
Wanderdauer: ca. 5,5 Std., Höhenmeter: 470 m
4. Tag: Pietra Cappa und das Tal der grossen Steine
Wir fahren ein kleines Stückchen entlang der ionischen Küste nordwärts in das Dörfchen Natile Vecchio, wo wir eine der schönsten Wanderungen im Aspromonte-Nationalpark machen.
Über Weiden geht es hoch und rund um Pietra Cappa, den spektakulärsten Monolithen im „Tal der grossen Steine“. Während der Wanderung stoßen wir auf besondere Felsformationen, die einst von Basilianermönchen ausgehöhlt und als Zufluchtsort verwendet worden sind, bekannt unter dem Namen
„Rocche di San Pietro“ (Die Felsen des heiligen Petrus).Unterwegs Picknick und anschliessend Einkehr in der urigen Bar von Natile Vecchio.
Wanderdauer: ca. 4,5 Std., Höhenmeter: ca. 420 m
5. Tag: Kultur und Kulinarisches in Gerace
Es ist Zeit, unseren Gastgebern „Arrivederci“ zu sagen: heute geht es weiter zu unserer zweiten Unterkunft, der Biancospino-Hütte, die mitten im Aspromonte-Nationalpark auf rund 1300 m.ü.M. liegt. Nach den vergangenen Wandertagen gehen wir es heute ein bisschen gemütlicher an: zuerst gönnen wir uns einen Badehalt am Capo Bruzzano, wo die alten Griechen im 8. Jh.v.Chr. erstmals Kalabriens Boden betraten. Danach fahren wir nordwärts in das mittelalterliche Städtchen Gerace und lernen beim Mittagessen in einem kleinen Lokal noch mehr kalabresische Häppchen kennen. Anschliessend besichtigen wir die normannische Kathedrale und machen einen Spaziergang durch die malerischen Gässchen. Am späten Nachmittag erreichen wir unsere Neue Unterkunft.
6. Tag: Ein Blick auf beide Küsten Kalabriens
Heute gehen wir es nochmals gemütlich an. Wir brechen direkt ab Hütte auf zum Gipfel des Monte Fistocchio, von wo aus sich eine herrliche Sicht auf beide Seiten Kalabriens, die typischen Felsen des Monolithen "Pietra Castello" und die Dörfer Delianova und Scido bietet. Man erkennt auch die anderen Spitzen des Aspromonte: Montalto und Pietra Tagliata. Einige Trümmerhaufen gehören zu einem antiken militärischen Beobachtungsposten, einem privilegierten Punkt, von dem aus der Verbindungsweg von der ionischen zur tyrrhenischen Seite Kalabriens kontrolliert werden konnte. Nach einem Picknick kehren wir wieder zurück zur Hütte. Am späten Nachmittag stürzen wir uns nochmals in die Küche, und lassen uns von Teresa nochmals ein kalabresiches Rezept verraten.
Dauer: ca. 3 Std., Höhenmeter: 300 m
7. Tag: Polsi
Nach einer kurzen Fahrt beginnt unser Abstieg nach Polsi, dem wichtigsten Marien-Wallfahrtsort im Aspromonte. Noch heute laufen die Gläubigen aus der näheren und weiteren Umgebung oft viele Stunden, um bei dem am 2. September stattfindenden Marienfest anwesend zu sein. Hier treffen tiefe Religiosität, heidnische Bräuche und die Rhythmen der Tarantella auf faszinierende Art aufeinander, und all dies in einer atemberaubenden Landschaft. Während der Wanderung bleibt reichlich Zeit, die vielen Geschichten über Polsi zu erzählen.
Wanderdauer: ca. 4,5 Std., Höhenmeter: 570 m
8. Tag: Heimreise
Wie die Zeit vergeht! Heute geht es leider schon wieder zurück zum Flughafen Lamezia Terme. Wenn es die Abflugzeit erlaubt, wäre ein Halt in dem Städtchen Pizzo eingeplant, damit wir nicht das gute Eis verpassen! |